Biokunststoffe im Überblick

Kunststoff ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Ob in Privathaushalten oder der Wirtschaft – er ist allgegenwärtig. Problematisch ist nur, dass Kunststoff bzw. dessen Überreste eine enorme Belastung für die Umwelt darstellen. Zwar wird durch Recycling ein Teil wiederaufbereitet und so erneut nutzbar gemacht, auf Dauer muss jedoch eine andere Lösung her.

Biokunststoffe im Überblick

Biokunststoffe sind ein möglicher Lösungsansatz! Der große Unterschied: Sie basieren auf Kohlenstoff, der aus biogenem Material gewonnen wird. Ein enormer Vorteil zu herkömmlichen Kunststoffen, die auf fossilen Rohstoffen wie Erdöl basieren. Deshalb sind sie in der Herstellung deutlich umweltschonender.

Biokunststoffe sind entweder biologisch abbaubar, biobasiert oder beides zugleich.

Biobasiert bezeichnet Kunststoffe, deren Ausgangsmaterial ganz oder teilweise aus Biomasse (Pflanzen oder Tiere) besteht. Häufig genutzte Biomassen sind beispielsweise Zuckerrohr, Mais oder Cellulose.

Wie der Name biologisch abbaubare Biokunststoffe bereits andeutet, handelt es sich bei dieser Klasse um Kunststoffe, die mittels Mikroorganismen zu Stoffwechselprodukten abgebaut werden können und daher die Umwelt weniger belasten. Was zunächst genial klingt, hat jedoch einige Haken. Denn für den Abbau sind bestimmte Umgebungsbedingungen nötig. Doch selbst, wenn diese gegeben sind, dauert der Abbau seine Zeit. Währenddessen gelangt der biologisch abbaubare Biokunststoff wie herkömmliche Kunststoffe in Form von Bioplastik in die Umwelt.

Wie alltagstauglich sind Biokunststoffe?

Biokunststoffe machen aktuell knapp 2 % aller Kunststoffe aus. Zwar wächst der Anteil jährlich um einige Prozentpunkte, im Vergleich zu den gigantischen Massen herkömmlicher Kunststoffe, ist der Anteil momentan jedoch verschwindend gering. Doch das könnte sich schon bald ändern. Die Nachfrage nach Biokunststoffen, Anwendungen und Produkten wird immer größer.

Insbesondere neuartige Biokunststoffe wie PHA und PLA machen Hoffnung. Ihre Anwendungsbereiche gehen weit über die der normalen Kunststoffe hinaus. Es handelt sich hierbei deshalb mehr um eine neue Erfindung als um einen Ersatz. Doch gerade deshalb, weil gängige Kunststoffe diese Funktionalität nicht bieten, müssen neuartige Biokunststoffe genutzt werden. Das wird in Zukunft auch definitiv der Fall sein. Offen ist lediglich, wie schnell diese im Markt etabliert werden können.

Wie umweltfreundlich sind Biokunststoffe

Genaue Aussagen können zu diesem Zeitpunkt noch keine getroffen werden, da noch keine Langzeitstudien vorliegen. Erste Ergebnisse aus Ökobilanzen deuten allerdings darauf hin, dass Biokunststoffe einen maßgeblichen Beitrag leisten können, um die Nutzung fossiler Rohstoffe und damit auch CO2 Ausstoß zu reduzieren.

Damit es sich dabei um ein probates Mittel handelt, muss jedoch zunächst an deren Entsorgung gefeilt werden. Nur wenige Firmen können Biokunststoffe entsprechend nutzen. Die Abfallwirtschaft ist schlicht nicht darauf ausgelegt. Wenn in diesem Bereich an der Effektivitätsschraube gedreht wird, stellen Biokunststoffe eine wertvolle Alternative dar.

Fazit

Biokunststoffe allein können das globale Plastikproblem nicht lösen. Sie sind jedoch ein guter Ansatz, der, wenn er entsprechend weiterentwickelt und in den Markt integriert wird, einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung herkömmlicher Kunststoffe leisten kann. Damit einher ginge eine Senkung der Nutzungsintensität fossiler Rohstoffe und des CO2 Ausstoßes. Insbesondere neuartige Kunststoffe, deren Funktionalität einzigartig ist, dürften sich zukünftig ihren Siegeszug antreten.

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